Michael Weidner ist Stadtmeister 2020

Die Trophäe bleibt in Lampertheim

20.02.2020 [mwe] - Am 15.2.2020 war es so weit. In Lampertheim wurde Backgammongeschichte geschrieben, vielleicht keine die die Welt bewegt, aber eine die dem Geschichtenschreiber hier etwas bedeutet.

Ich schreibe hier als Trefforganisator, Turnierleiter und jetzt amtierenden Stadtmeister und berichte von einem tollen Backgammontag.

 

36 Spieler hatten sich 2019, immer montags um 19:00 Uhr im London Pub getroffen um sich ihrem Lieblingsspiel zu widmen. Dabei wird geplaudert und gelacht, aber auch jeden Montag ein Turnier gespielt. Die Ergebnisse wurden gesammelt und ausgewertet.

 

Hier dürfen wir Gabi Förster gratulieren. Sie hatte am Ende des Jahres die meisten Punkte gesammelt und damit die Jahresrangliste 2019 gewonnen. Die besten 16 dieser Rangliste haben sich dann für das große Endturnier qualifiziert, bei dem der offizielle Stadtmeister 2020 ausgespielt wird.

 

Durch kurzfristige Absagen kam ich als Turnierleiter etwas in Not und habe dann versucht mit „Nachrückern“ die Lücken zu füllen. Ein Dank an Erwin Schwarz, der hier kurzfristig eingesprungen ist, am Ende waren dann 14 Spieler am Start, die um den Titel spielten.

 

Der Tag begann mit der offiziellen Auslosung und kurios. Gabi Förster, die Jahresranglistenerste, spielte Glücksfee. Sie loste sich in der oberen Hälfte des Spielplans direkt ein Freilos zu und loste die 3 favorisierten Turnierspieler Bernd Schmidt, Michael Weidner (beide deutsche Meister - Intermediate) sowie Marcel Büker (Last Chance Finalist beim größten Backgammonturnier auf Zypern) alle in die untere Hälfte als direkte Kontrahenten.

 

Ich spielte direkt gegen Marcel bis 7 Punkte und lag nach schneller 3:0 Führung plötzlich 3:6 zurück. Nach überstandenem Crawfordspiel gelang es mir ein Gammon zu gewinnen und die resultierenden 4 Punkte brachten mich auf die Siegerstraße.

 

In der zweiten Runde wartete mit meinem Doppelpartner Bernd Schmidt erneut einer der Turnierfavoriten. In diesem Spiel waren mir die Würfel zugeneigt und ich gewann es deutlich 7:3.

 

Die dritte Runde bescherte mir Hans Fenzel zum Gegner. „Hans im Glück“ hatte ich mehrfach im Raum gehört während meiner Spiele und nun wusste ich um die Bedeutung. Mit 8:0! Hatte Hans die beiden ersten Matches gewonnen. Stolz berichtete er wie die Gegner ihn gedoppelt hatten, er unerschrocken den Würfel akzeptierte und die Kontrahenten auskonterte. Ich war gewarnt…..

 

Das erste Spiel konnte ich direkt gewinnen, schon mal kein 0:8 dachte ich.

Vielleicht spielte ich einen Tick sicherer als ich es normal gemacht hätte, aber das Spiel verlief einseitig und endete mit einem klaren 7:1 für mich.

 

Nun kam es zum Duell mit Norbert Heck. Norbert versuchte clever sich in die Roll des „Underdogs“ zu reden und ein wenig Druck zu erzeugen in dem er mir die Favoritenrolle zuwies. Gute Idee, die ich aber locker weg atmen konnte. Bei 4:1 reichte er mir dann einen interessanten Würfel den ich, berechtigt, annahm aber das Spiel verlor zum 4:3 Stand. Knappe Kiste soweit, doch die nächsten Spiele gehörten mir und ich Stand fest als Finalist.

Nun hieß es warten auf den Finalgegner. Die Verlierer der Hauptrunde waren nicht ausgeschieden, sondern konnten sich im „Fighterbracket“, mit 5 Punkte Matches, immer noch für das Finale qualifizieren. Hier hatte Sich Bernd Schmidt dann auch wirklich durchgekämpft und traf im Viertelfinale auf Nicole Dunzweiler (Achtung Insidergag! „unsere Gräfin“) Bei 1:4 war Bernd in starker Gammongefahr und eine Doppel 6 rettete ihn ins Double Matchpoint Spiel. Auch hier sah es zunächst besser für Nicole aus, aber am Ende hatte Bernd die Nase vorn. „Durchgemasselt“ sagen die Backgammonspieler dazu. Für Nicole bedeutete es Platz 4 in der Gesamtwertung.

 

Nun kam Norbert als Gegner der ja im Halbfinale der Hauptrunde gegen Michael verloren hatte. Es sah alles nach dem Einzug ins Finale aus für Norbert. 3:0 Führung beim Spiel bis 5 für Norbert. Und nun wurde ihm die fehlende Turniererfahrung zum Verhängnis. Bernd unter Druck zeigte den Dopplerwürfel. Ein klares „Pass“ auf Grund des Spielstandes, bei dem Norbert hätte sicher spielen müssen, seine Checker aber sehr offen auf dem Board verteilt waren. Zudem hatte Bernd schon ein 3 Punkte Homeboard gebaut. Die vermeintlich „sichere“ 3:0 Führung verleitet Norbert zum „Take“ und es kam wie ein Wirbelsturm über ihn. Bernd schlug einen gesplitteten Checker im Homeboard lose. Norbert tanzte. Bernd sammelte die einzelnen Checker ein und mit 4 Checkern auf der Bar kam es letztlich zum Backgammon und brachte Bernd mit einem Spiel und 6 Punkten den Einzug ins Finale.

 

Für Norbert ein schnelles Ende, aber das Trostpflaster des 3 Platzes. Glückwunsch Norbert! Der Erfolg sollte überwiegen und „Schlechte Erfahrungen machen gute Erinnerungen“, das wird dir nie wieder passieren.

 

Bernd hatte sich also ins Finale durchgekämpft und es kam zum 2 Treffen mit Michael. Zuerst lief alles für Michael bei 3:0 Führung, dann kam Bernd und sah bei 3:6 im Crawfordspiel schon wie der sichere Sieger aus. Michael bekam einen Schuss und Bernd tanzte Ewigkeiten bei einem 4 Punkte Board, so dass Michael sich retten konnte. Im folgenden Spiel doppelte Michael und Bernd sah sich mit 2 Checkern auf der Bar. Gammon drohte und damit die Gesamtniederlage. Genau da kam der 1er Pasch, welcher die beiden Checker wieder ins Spiel brachte und den wichtigen „Golden Point“ schloss. Das Spiel war gekippt und Bern gewann das ganze Match 7:4.

Da dies die erste Turnierniederlage nun auch für Michael war, besagt der Modus, dass es zum Entscheidungsspiel kommt. Ein 5 Punkte Spiel musste die Entscheidung bringen.

 

Hier konnte Michael, die erarbeiteten Vorteile mit gutem Einsatz des Dopplerwürfels verwerten und gewann dieses Finale sicher mit 5:1.

 

Danke Bernd für die spannenden Matches! Glückwunsch zur Finalteilnahme.

Erwähnenswert, dass Bernd dann auch noch das parallel stattfindende Onepointer Turnier im Finale gegen Ohannes Orunöz-Rupp gewinnen konnte und sich damit selbst tröstete.

 

Für mich war es natürlich ein toller Erfolg, der mir als Ur-Lampertheimer natürlich auch viel bedeutet! Hatte ich doch auch einiges an Zeit für die Organisation dieses Turnieres investiert.

 

An dieser Stelle aber muss ich auch einigen Helfern danken.

In erster Linie unserem „Hacki“!!! Dein London Pub ist ein genialer Ort für Backgammonturniere über das ganze Jahr. Deine Unterstützung großartig. Und nun hast Du dich selbst übertroffen. Diese Trophäe für den Stadtmeistertitel ist einzigartig, ein echtes Kunstwerk.

 

Danke auch an Elke, Andrea und Gabi für die Kuchenspenden.

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