Ein humoristischer Turnierbericht aus Hamburg

oder aus dem Leben eines Trittbrettfahrers

Frühling!
Frühling!

[vso] Da war es wieder einmal, ein ganzes Wochenende lag vor uns ohne wichtige Termine. In der Schublade noch zwei Gutscheine über eine beliebige Zugfahrt und auch noch ein Hotelgutschein für eine Übernachtung im Dorint Hotel meiner Wahl. Also was liegt näher als im DBGV-Turnierkalender nachschauen und siehe da......Hamburg!

 

Da kam mir doch auch die E-Mail-Einladung von dem Hamburger Turnierveranstalter Thomas Kazemieh sehr recht, in der mein Ehrgeiz mal so richtig geweckt wurde.

Zitat: im Februar wurde er (Kimon Papachristopoulos die Red.) dann auf Gibraltar gesichtet, wo er zusammen mit Volker Sonnabend (dieser Trittbrettfahrer) das Doppelturnier gewann.

 

Das wollte ich doch mal persönlich klarstellen, Tickets und Hotel gebucht und dann Samstagmorgen mit meiner Frau Ingrid los nach Hamburg. Vier Stunden dauerte die Zugfahrt, Zeit genug um einen Plan zur Wiederherstellung meines guten Namens auszuarbeiten.

 

In Hamburg angekommen ging dieser Plan auf, ich überstand meine 5 Gruppenspiele ohne Niederlage und qualifizierte mich so für das Viertelfinale. Hier räumte ich erst einmal Christoph Wagener aus dem Weg, obwohl er in dem 7-Punkte Match eine PR von 1.34 hinlegte. Auch im Halbfinale gegen Daud Abed war ich nicht zu stoppen.

 

Ob es nur mit der norddeutschen Gastfreundlichkeit zu tun hatte weiß ich nicht, das Finale des März-Turniers wurde von Heribert Lindner aus Würzburg und von mir bekanntlich aus Weilmünster kommend bestritten. Es war spannend und Heribert versuchte alles, aber er konnte meinen Lauf auch nicht unterbrechen. Es war fast Mitternacht als der „Trittbrettfahrer“ den verdienten Lohn aus den Händen des sichtlich zerknirschten Organisators entgegennehmen konnte. By the way verlor dieser auch noch eine spontane Auktion, bei der er mit Inbrunst meinen Finalgegner ersteigert hat.

Heribert Lindner und Volker Sonnabend vor dem Finale
Heribert Lindner und Volker Sonnabend vor dem Finale

In der Consolation haben sich Oliver Hauk aus Oldenburg und der Lokalmatador Philipp Kazemieh für das Finale qualifiziert. Oliver konnte sich durchsetzen, aber Philipp sorgte wie so oft in der letzten Zeit dafür, dass der Name Kazemieh nicht komplett aus den Ergebnislisten verschwindet.

 

Dem mehrmalige werben um die Teilnahme an der berüchtigten „After-Tournament-Chouette“ konnte ich glücklicherweise mit dem Hinweis auf die geplante Sightseeing-Tour am nächsten Tag widerstehen. Wir nahmen dann den eigens für weit angereiste Gäste eingerichteten Chauffeurdienst in Anspruch, was ohne Zweifel auf die bekannte norddeutsche Gastfreundlichkeit zurückzuführen ist. Herzlichen Dank Philipp!

Große Freiheit
Große Freiheit

Unsere Rückfahrt haben wir extra erst auf den späten Nachmittag gelegt, so hatten wir noch ein paar Stunden um den aufkeimenden Hamburger Frühling zu erleben. Trotz „Eisschollen auf der Nord Elbe“ wird es wohl als die „Große Freiheit“ interpretiert, bei -3 Grad den Sonntagmorgen Kaffee im freien zu genießen. Ja das ist schon ein ganz besonderes Völkchen da oben!

 

Das Hamburger Regionalturnier findet immer am 1. Samstag im Monat statt und ist aus meiner Sicht ein klares Take. Allen Teilnehmern wird durch das großartige Engagement der Organisatoren-Crew ein vergnüglicher Samstag beschert, auch dann wenn einem das Glück nicht so hold ist wie mir dieses Mal. Davon könnte ich auch schon viele Geschichten erzählen.