Backgammon in der Schule

Am Beispiel einer Projektgruppe der 7. und 8. Klasse

[vso] An dem Gymnasium „Philippinum“ in Weilburg wurde in den letzten Tagen vor den Sommerferien eine Projektwoche veranstaltet. Da mein Enkel Schüler im Philippinum ist und ich letztes Jahr schon einen Projekttag zum Thema Backgammon angeboten hatte, macht ich der Projektwochen-Leiterin das Angebot ein „Backgammon-Seminar“ zu veranstalten.

Sie war erfreut über eine Bewerbung, die von einer Privatperson angeboten wurde, alle anderen Projekte gingen von Lehrkörpern der Schule aus. Ich wurde mit meinem Vorhaben in die Projektangebote aufgenommen, für die sich die Schüler/innen eintragen konnten.

Insgesamt 14 Schülerinnen und Schüler, mehrheitlich aus der 7. und 8. Klasse, wollten mit diesem Thema das Schuljahr ausklingen lassen. Also versuchte ich ein Konzept zu erstellen, um die Interessenten an den drei Vormittagen nicht zu langweilen. Die ungewissen Vorkenntnisse der Teilnehmer stellten mich vor große Probleme, weshalb ich das Konzept sehr allgemein hielt. Auch hatte ich noch keine Erfahrungen wie weit Jugendliche im Alter von 13-14 Jahren schon mit der Wahrscheinlichkeitsrechnung in Kontakt gekommen sind. Ich beschloss das Konzept spontan zu entwickeln, weil ich erst einmal sehen wollte auf welche Grundkenntnisse ich bei den Schüler/innen stieß.

 

Montagmorgen um 07:30, das ist kein Scherz, fuhr ich mit meiner Tochter, die mich mit ihrer pädagogischen Erfahrung in den ersten zwei Tagen unterstützte, beim Philippinum vor. Im Kofferraum 10 Backgammonboards  und mein Notebook, auf dem ich mögliche Szenarien über den Verlauf des Seminars entworfen hatte.

Da standen wir also vor einer Schülerin, zwölf Schülern und einem interessierten Lehrer, um diese in die Geheimnisse des Backgammonspiels einzuführen. Wie sich herausstellte waren die Vorkenntnisse sehr gering, weshalb ich den ersten Tag mit der Erklärung der Spielregeln beschäftigt war. Zwischendurch wurden diese natürlich praktisch angewendet, damit der Spaß nicht zu kurz kam. Am Ende des ersten Tages konnte ich also bei allen Teilnehmern die Spielregeln als Basics voraussetzen.

Am Dienstag wurde es theoretischer, anhand von einem und dann zwei Würfeln habe ich einen Einblick in die Wahrscheinlichkeitsrechnung gewagt. Die verschiedenen Ereignisse beim Werfen mit zwei sechsseitigen Würfeln wurden erarbeitet und deren Wahrscheinlichkeiten bestimmt. Auch sind wir die 15 verschiedenen Anfangswürfe durchgegangen und haben die möglichen Optionen diskutiert. Und natürlich spielen, spielen, spielen!

Am Mittwoch wurden erst einmal drei Gruppen gebildet, um die Abschlusspräsentation am Donnerstag vorzubereiten. Jedes Seminar der Projektwoche konnte sich anderen Schülern, Eltern und Freunden  vorstellen. Wir haben die Spielregeln, die Geschichte und ein kleines Quiz über Backgammon visualisiert. 


Im Anschluss bin ich dann auf die verschiedenen strategischen Varianten des Spiels eingegangen. Begriffe wie Rennspiel, Haltespiel und Blockaden wurden erklärt und angewendet. Und am Ende des Seminars habe ich dann ein kleines DMP Turnier veranstaltet, für den Sieger gab es einen Pokal.

Bei der dreistündigen Abschluss Präsentation am nächsten Tag war viel los. Die Projektteilnehmer erklärten Eltern, Freunden und anderen Interessierten alles was sie zum Thema Backgammon gelernt hatten. Natürlich wurde viel gespielt und gelacht, ein sehr vergnüglicher und kurzweiliger Nachmittag.

 

Fazit:

Ich habe den Teilnehmern aufzeigen können, dass Backgammon ein Strategiespiel ist. Natürlich spielt der Glücksfaktor eine gewisse Rolle, allerdings wird dieser Faktor mit Hilfe der Wahrscheinlichkeitsrechnung kalkulierbar. Durch das Erlernen verschiedener strategischer Varianten wurde sehr schnell klar, dass man durch deren Anwendung schneller und häufiger zum Ziel kommt.

Durch die Präsentation am letzten Tag konnte ich nicht nur den Teilnehmern sondern auch dem Publikum ein Einblick in das Spiel gewähren.

 

Habt ihr schon ähnliche Projekte organisiert oder habt ihr Lust ähnliche Projekte zu starten, dann kann euch der DBGV in einigen Bereichen unterstützen. Wir haben z.B. die Spielregeln und einen Einblick in die Geschichte auf unserer Webseite veröffentlicht. Ich denke aber auch an Konzepte, die wir gemeinsam mit euch erstellen können. Auch bei der Organisation von benötigtem Equipment können wir behilflich sein. Zieht uns einfach in eure Überlegungen mit ein, damit wir auch weitere Mitglieder motivieren können sich zu engagieren.

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Kommentare: 2
  • #1

    Jens Handwerker (Dienstag, 18 Juli 2017 10:37)

    Danke für den Bericht, aber wer bist du, dein Name erscheint nirgends?
    Ich bin Lehrer in Freiburg und werde im kommenden Schuljahr eine Backgammon-AG an meiner Schule gründen, Backgammon auch im Unterricht einfließen lassen (natürlich die Wahrscheinlichkeitsrechnung) und mein Ziel ist es, dass meine AG-Schüler später in Projekten an anderen Schulen das Spiel immer mehr Schülern nahe bringen.

  • #2

    Ralf (Mittwoch, 19 Juli 2017 14:43)

    Hallo Jens,
    vielen Dank für den Kommentar. Den Namen kannst Du herausfinden indem Du auf das Kürzel "vso" gleich am Anfang des Artikel klickst.